17.08.2011

Tag 3: Kloster Montserrat

Der dritte Tag unserer Studienfahrt war wohl der anstrengenste und gleichzeitig heißeste der ganzen Woche. Der Berg Montserrat mit dem zugehörigen Kloster stand auf dem Plan und dazu mussten wir erstmal raus aus Barcelona. Vom Placa de Catalunya kommt man überall hin, auch raus aus der Stadt, von wo wir mit einer Art Regionalbahn ins Umland fuhren. Immer weiter raus zu den Bergen, bis wir irgendwann am Fuß des Montserrat aus dem Zug und in eine Zahnradbahn umstiegen. Diese fuhr uns direkt ins Kloster, auf diesem Weg erreicht auch der letzte Rentner im Rollstuhl das Kloster um dort Souveniers und anderen Kram zu kaufen.
Nachdem wir erstmal die Aussicht genossen und ein paar Fotos geschossen hatten sind wir in die heiligen Hallen des Klosters vorgedrungen um dort unseren touristischen Aufgaben des staunens und bewunderns zu fröhnen. Das Kloster wird nur noch von 12 Mönchen bewohnt, aber trotzdem gab es free W-Lan, leider mit miserabler Qualität. Das hätte ich in so einem Kloster nicht erwartet.
Danach wurden wir zum Aufstieg gezwungen. Wandern, der beliebte Volkssport VERGANGENER Generationen wurde zum Leid unserer Füße aktiv praktiziert. Aber die Lehrer mussten genauso laufen wie alle anderen, was die Sache erträglicher machte. Die Aussicht war fantastisch und schier endlos, der Blick entschädigte die Mühen.
Runter gings zum Glück mit der Seilbahn und dann zurück in die City, wo wir endlich Zeit zum chillen hatten. Das kann man in Barcelona nirgends besser als am stadteigenen Strand. Ungefähr 1,6 km feinster Sandstrand, mit einer super Promenade an der man die besten Clubs der Stadt findet, machen Barcelona zu einer perfekten Mischung aus City- und Beachurlaub. Außerdem gibt es dort ein kleines Restaurant gleich neben dem fantastischen Club Opium Mar (in dem alle zwei Wochen Stars wie Tiesto, Swedish House Mafia, Avicii etc. auftretten) in dem ich die leckeresten Fried Baby Squids (fritierte Babytintenfischchen) gegessen habe die ich bis jetzt probiert hab.

03.08.2011

Tag 2: Stadtführung und Mister Chow aus Hangover

Der zweite Tag in Barcelona startete früh. Um halb neun sollten wir uns am Eingang des Hotels treffen und startbereit sein für die Stadtführung die anstand. Also wachten wir gegen 8 Uhr auf und machten uns auf den Weg zum Frühstücksbuffet. Das sah erstmal gut aus und obwohl die Toastmaschine quitschte wie nochwas, waren die Toasts zumindest lecker. Dazu gab es Nutella, Marmelade, Honig, aber auch Schinken, Salami, gebratenen Speck, Würstchen (naja) und Rührei (was komisch geschmeckt hat), also ein internationales Frühstück. Essbar aber verbesserungswürdig.
Nach dem Frühstück lernten wir Carmen unsere Führerin kennen, die sehr gut deutsch sprach, und uns die Details dieser riesigen Stadt zeigen sollte. Zuerst fuhren wir vom Stadtteil Lesseps, in dem unser Hotel war, zum Placa de Catalunya von wo wir die Tour starteten.

Wir erfuhren einige Fakten über den Platz und auch über die Demonstranten die dort, und in anderen Städten Spaniens, gegen das Sozialsystem usw demonstrieren. Danach gings auf ins Barri Gotic, dem Altstadtviertel der Millionenstadt. Im Barrio Gotico wie die Spanier es nennen liefen wir zuerst zu den römischen Wurzeln der Stadt, einem Forum das aus der Zeit des Kaiser Augustus stammt. Weiter ging es durch die engen Gassen zu verschiedenen Kirchen und Kathedralen, darunter la Catedral einer über 500 Jahre alten Kirche. Wir besuchten ein viele verschiedene Gebäude aus der Zeit zwischen 1400 und 1600. Darunter auch den Königspalast des katalonischen Königs. Auch wenn Geschichte nicht sehr vielen von uns gefällt, so muss man zugeben das einige Gebäude immer noch etwas hermachen und als Fotomotiv zu gebrauchen sind. Wir schauten uns das Rathhaus von Barcelona und das Regierungsgebäude der katalonischen Generalität (sowas wie die Landesregierung) an und bestaunten den Placa Reial, einen wunderschönen Platz inmitten des alten Viertels. Danach war der erste Teil der Führung beendet, der zweite sollte am Donnerstag stattfinden.

In der Mittagspause hatten wir wieder Zeit für uns und konnten die Stadt auf eigene Faust entdecken. Da es vom Barri Gotic direkt zum Hafen geht entschieden viele sich dafür das moderne Gebäude, welches mitten im Hafen stand, zu erkunden. Das Maremagnum, ein Einkaufszentrum welches einem Schiff nachempfunden ist beherbergt viele Geschäften und Restaurants und erreicht man über einen Steg der durch seine außergewöhnliche Architektur auffällt. Dort suchten Henri, Rainer und ich ein bezahlbares Restaurant und fanden uns am Ende im "Kurz & Gut" wieder, einem deutschen Restaurant mit annehmbaren Preisen. Obwohl es nicht Sinn unserer Reise war deutsches Essen in Barcelona zu testen, trieben unsere Mägen uns zu dieser Entscheidung.

Nach dem essen bewunderten wir ein Boot das uns schon zuvor aufgefallen war. Es sah aus wie ein Kriegsschiff nur hatte es eine Piratenflagge gehisst. Piraten im Hafen von Barcelona? Daneben lag ein noch größeres Schiff, ebenfalls mit Totenkopfflagge und davor chillten einige junge Leute in der Sonne und schienen auf irgendetwas zu warten. Uns wurde erklärt das die Schiffe zu "Seasheperd" gehören, einer Organisation ähnlich wie Greenpeace nur aggressiver. Weiter Infos über die Boote findet ihr hier. Da es eine kostenlose Führung gab und wir noch Zeit hatten nahmen wir an einer Schiffsbesichtigung teil. Auf dem großen Hauptschiff, welches in blauer und grauer Tarnfarbe gestrichen worden war, gab es ein Hauptdeck auf dem viele Tonnen standen. Uns wurde gesagt das sich darin der Diesel für den Helikopter befindet der auf dem obersten Deck untergebracht war. Außerdem roch es überall an Bord nach Buttersäure, die für verschiedene Aktionen gegen Walfänger eingesetzt wird. Jan, Felix, Henri, Rainer, Ich und weitere Interessierte wurden auf die Brücke geführt wovon man das ganze Schiff überblicken konnte. Leider mussten wir danach auch schon gehen, da die Zeit zu schnell vergangen war und wir uns mit den anderen treffen mussten.
Nachmittags stand noch ein Besuch in einem Picassomuseum an. Der Künstler hat einige Zeit in Barcelona gelebt und deshalb gab es viele frühe Werke (die meisten kennt keiner) zu betrachten. Da unsere Gruppe zu groß war wurden wir aufgeteilt. Das absurde waren jedoch die Regeln. Keiner der Gruppe durfte sich irgendwo hinsetzen, die Gruppen mussten jeden Raum gemeinsam betreten und verlassen, keiner durfte sich von der Gruppe trennen. Nach 2 Stunden entwickelt man einige ausgefallene Methoden um seine Füße zu entlassten. Aber das lustigste am ganzen Museum war eindeutig Mister Chow, oder zumindest ein Chinese der dort schlief und aussah wie Mister Chow aus Hangover. Aber vergleicht selbst.